- Rathaus & Bürger
- Wohnen & Leben
- Freizeit & Tourismus
- Kultur & Veranstaltungen
- Gastgeber
- Mobilität
- Bus- und Zugfahrpläne
- Sanierung der Bahnstrecke vom 10.07. bis 12.12.2026
- Rufbusse im Rheingau und Untertaunus
- Camping- und Wohnmobilplätze
- Taxi-Unternehmen
- Garagenparken - Ihr Auto sagt Danke
- öffentliche Parkplätze und öffentliche Toiletten
- Busparkplätze
- e-Bike Ladestationen
- e-Auto Ladestationen
- Mit-Fahr-Bänke
- Rheinfähren
- Wandern
- Radfahren
- Verschwisterung Kiedrich Hautvillers
- Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH
- Naturpark Rhein-Taunus
Klima
Hochwasserrückhaltebecken „Grünbach“ fertiggestellt
Mit der Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens „Grünbach“ ist in Kiedrich eine wichtige Maßnahme zum vorbeugenden Hochwasserschutz abgeschlossen worden. Das Bauwerk soll dazu beitragen, die Auswirkungen von Starkregen zu verringern und die Ortslage vor den Folgen großer Wassermengen besser zu schützen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 890.000 Euro.
Ein wichtiger Baustein für den Schutz der Ortslage
Starkregenereignisse können innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen entstehen lassen, die von natürlichen Gewässern und unterirdischen Entwässerungssystemen nicht immer vollständig aufgenommen und abgeleitet werden können. Auch in Kiedrich stellt der Schutz vor den Folgen solcher Ereignisse eine wichtige Aufgabe dar.
Mit dem neu fertiggestellten Hochwasserrückhaltebecken am Grünbach wurde hierfür ein wesentlicher Baustein geschaffen. Die Anlage befindet sich rund 100 Meter östlich der Kiedricher Ortslage und soll dazu beitragen, den Wasserabfluss bei starken Niederschlägen zu regulieren und mögliche Überflutungen zu reduzieren.
Die Bedeutung der Maßnahme wird insbesondere mit Blick auf den Verlauf des Grünbachs deutlich. Dieser hat eine Gesamtlänge von etwa 3,5 Kilometern. Rund ein Kilometer davon verläuft innerhalb der Ortslage unterirdisch durch Rohre. Diese können maximal etwa 1.600 Liter Wasser pro Sekunde ableiten. Bei außergewöhnlich starken Niederschlägen können jedoch deutlich größere Wassermengen anfallen. Wenn das Wasser nicht schnell genug abfließen kann, besteht die Gefahr von Überflutungen.
Hier setzt das Hochwasserrückhaltebecken an: Es nimmt zufließendes Wasser vorübergehend auf und gibt es anschließend kontrolliert und gedrosselt an den Grünbach weiter. Dadurch sollen Abflussspitzen verringert und die unterhalb liegende Ortslage entlastet werden.
Technische Daten und Funktionsweise
Das Hochwasserrückhaltebecken verfügt über ein Rückhaltevolumen von rund 980 Kubikmetern. Das entspricht etwa 980.000 Litern Wasser, die zeitweise zurückgehalten werden können. Das Bauwerk selbst ist rund 41 Meter lang.
Im Zentrum der Anlage befindet sich ein Damm mit einem Durchlassbauwerk, durch das der Grünbach geführt wird. Eine regulierte Öffnung begrenzt den Wasserabfluss und ermöglicht die gezielte Weiterleitung des Wassers. Zusätzlich sorgen ein Notauslass und eine Hochwasserentlastung dafür, dass auch bei größeren Wassermengen ein kontrollierter Abfluss gewährleistet werden soll.
Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Wasser wird nicht unmittelbar und vollständig weitergeleitet, sondern zunächst zurückgehalten. Dadurch kann der Abfluss zeitlich gestreckt werden. Insbesondere bei intensiven Niederschlägen kann dies dazu beitragen, die Belastung des nachfolgenden Gewässer- und Entwässerungssystems zu verringern.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Rückhaltebecken keinen vollständigen Schutz vor allen denkbaren Extremwetterereignissen bieten kann. Es trägt vielmehr dazu bei, das Hochwasserrisiko zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit der Ortslage gegenüber starken Niederschlägen zu verbessern.
Eingebunden in das Flurbereinigungsverfahren Kiedrich F 830
Das Hochwasserrückhaltebecken ist Bestandteil des Flurbereinigungsverfahrens Kiedrich F 830, das vom Amt für Bodenmanagement Limburg begleitet wird. Die Maßnahme war bereits 1996 im Wege- und Gewässerplan genehmigt worden. Im Zuge der Umsetzung des Flurbereinigungsverfahrens im Bereich Klosterberg konnte das Vorhaben nun realisiert werden.
Die Fertigstellung des Beckens ist zugleich Teil eines umfassenderen Ansatzes, die Wasserführung in diesem Gebiet zu verbessern und den Umgang mit Niederschlagswasser vorausschauend zu gestalten.
Im Bereich der Weinbergslage „Klosterberg“ sind weitere Maßnahmen vorgesehen. Dort sollen zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, Wasser zurückzuhalten und möglichst vor Ort versickern zu lassen. Auch eine Neuordnung von Gräben ist geplant, um die Wasserführung im Gebiet zu verbessern.
Durch das Zusammenspiel solcher Maßnahmen kann Niederschlagswasser gezielter bewirtschaftet werden. Damit werden sowohl der vorbeugende Hochwasserschutz als auch die Herausforderungen berücksichtigt, die sich durch zunehmende Starkregenereignisse und den Klimawandel ergeben.
Investition von rund 890.000 Euro
Die Gesamtkosten für das Hochwasserrückhaltebecken belaufen sich auf rund 890.000 Euro. Etwa 660.000 Euro davon werden durch Fördermittel der Flurbereinigungsförderung abgedeckt.
Die verbleibenden Kosten sollen grundsätzlich von den rund 810 Beteiligten der Teilnehmergemeinschaft getragen werden. Da sich das Wassereinzugsgebiet des Grünbachs über das Flurbereinigungsgebiet hinaus erstreckt und die Maßnahme auch für die Gemeinde und den Schutz der Ortslage von Bedeutung ist, wurde vonseiten der Teilnehmergemeinschaft die Frage einer finanziellen Beteiligung der Gemeinde aufgeworfen.
Über eine mögliche Beteiligung soll im Rahmen der Haushaltsaufstellung für das Jahr 2027 beraten und entschieden werden.
Zusammenarbeit als Grundlage für die Umsetzung
Die Realisierung eines solchen Bauwerks erfordert eine sorgfältige Planung, technische Fachkenntnis und die enge Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter. Neben dem Amt für Bodenmanagement Limburg waren die Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens, das beauftragte Ingenieurbüro BGS aus Darmstadt sowie weitere Beteiligte an der Planung und Umsetzung beteiligt.

© Gemeinde Kiedrich
Bürgermeister Winfried Steinmacher betont die Bedeutung der Maßnahme für Kiedrich:
„Vorbeugender Hochwasserschutz bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, bevor ein Schaden entsteht. Mit dem Hochwasserrückhaltebecken ‚Grünbach‘ haben wir dafür einen wichtigen Schritt getan. Auch wenn wir uns nicht gegen jedes denkbare Extremwetterereignis vollständig schützen können, ist es wichtig, die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen miteinander zu verbinden.“
Die Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens ist damit ein wichtiger Fortschritt für den vorbeugenden Hochwasserschutz in Kiedrich. Gemeinsam mit den vorgesehenen weiteren Maßnahmen im Bereich Klosterberg soll sie dazu beitragen, den Umgang mit Niederschlagswasser zu verbessern und die Ortslage besser auf die Folgen starker Regenfälle vorzubereiten.
Mit einem herzlichen Dank würdigt Bürgermeister Winfried Steinmacher das Engagement aller Beteiligten, die zur erfolgreichen Umsetzung dieses wichtigen Projekts beigetragen haben.

© Gemeinde Kiedrich

© Gemeinde Kiedrich

