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Lateinisches Choralhochamt mit den Kiedricher Chorbuben

© Kiedricher Chorbuben
Lateinisches Choralhochamt
Kategorie: Lateinisches Choralhochamt
Lateinisches Choralhochamt mit den Kiedricher Chorbuben
Den gregorianischen Gesang hört man im Choralhochamt, welches eine feierliche Form der katholischen Meßfeier darstellt, die weitgehend aus der Mode gekommen ist. Aber vielleicht finden sich gerade deshalb in Kiedrich von fern und nah Liebhaber dieser oft mehr als tausend Jahre alten Melodien ein, deren Kennzeichen neben der Einstimmigkeit die lateinische Sprache ist. Auch die „modi“, die Kirchentonarten, übertreffen durch ihren Klangreichtum die heutzutage üblichen Tongeschlechter Dur und Moll und berühren den Zuhörer im Innersten seiner selbst.
So wird die Meßfeier für die Gläubigen zu einem besonderen Erlebnis, das Herz und Geist zu Gott zu führen vermag, wenn sie sich einmal auf dieses etwas andere vokale Erlebnis einlassen. Die Priester sprechen einzelne Gebete während der Meßfeier ebenfalls in Latein, das die Kiedricher Gemeinde sehr gut beherrscht.
Neben der Gregorianik erklingt im Regelfall in jedem Gottesdienst zudem eine mehrstimmige Motette eines alten oder zeitgenössischen Komponisten oder ein deutscher Liedsatz — passend zu den liturgischen Texten des Tages. Rührend klingen die Stimmen der Kinder, wenn diese in vollem Chore im Wechsel mit der Gemeinde das „ordinarium missae“ zur Ehre Gottes anführen, wenn mehrere Buben zusammen den Ruf der Engel „Gloria in excelsis Deo“ schmettern, ein einzelner Chorbube eine Liedstrophe oder das „et incarnatus est“ aus einer Choralmesse solistisch vorträgt, ein anderer die Fürbittrufe anstimmt, ein weiterer die Lesung singt...
Etwas Besonderes ist auch, dass die Chorbuben die gregorianischen Gesänge in einer anderen Weise singen als sonst in der katholischen Weltkirche üblich. Die Kiedricher Melodien weichen gegenüber den sonst üblichen Fassungen zum Teil erheblich ab. Fachleute sprechen hier vom „germanischen Choraldialekt“, der einst zwischen Metz in Frankreich und Klosterneuburg vor den Toren Wiens gesungen wurde, heute jedoch einzig noch in Kiedrich gepflegt wird.