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Bildung
RTK und Berufliche Schule Untertaunus beschleunigen Rückkehr weiterer Ausbildungsberufe
- Kreisausschuss macht Weg frei: Zukunftsberufe rund um Medizin sowie Energie- und Gebäudetechnik können schon diesen Sommer starten
- RTK setzt klares Signal für Fachkräftesicherung, regionale Wirtschaftskraft und gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum
- Parallel dazu investiert der Kreis 47 Millionen Euro bis zum Jahr 2029 in den Ausbau und die Modernisierung seiner beiden Berufsschulstandorte
Der Rheingau-Taunus-Kreis (RTK) beschleunigt die Rückführung zentraler Ausbildungsberufe an seine Berufsschulen: Die Zukunftsberufe „Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnmedizinischer Fachangestellter“ sowie „Elektronikerin / Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik“ können bereits ein Jahr früher als geplant starten – schon zum Schuljahr 2026/2027 an den Beruflichen Schulen Untertaunus in Taunusstein-Hahn – und damit gleichzeitig mit dem an die Beruflichen Schulen Rheingau rückgeführten Beruf „Industriekaufleute“. Dafür hat der Kreisausschuss des RTK den Weg freigemacht, dem hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen liegen alle notwendigen Unterlagen vor. Damit stärkt der Kreis gezielt die wohnortnahe Ausbildung in echten Zukunftsberufen und setzt ein klares Signal für Fachkräftesicherung, regionale Wirtschaftskraft und gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum.
Landrat Sandro Zehner betont:
Dass wir zwei weitere wichtige Ausbildungsberufe nun früher zurück in den Rheingau-Taunus-Kreis holen können, ist ein starkes Signal für unsere Region. Wir machen damit ganz konkret deutlich: Ausbildung gehört dahin, wo junge Menschen leben und arbeiten wollen. Kurze Wege, enge Verzahnung mit den Betrieben vor Ort und moderne Lernbedingungen erhöhen die Attraktivität der Ausbildung enorm. Gerade in Bereichen wie Gesundheit und Energie brauchen wir dringend gut ausgebildete Fachkräfte – und die gewinnen wir am besten hier vor Ort. Gleichzeitig stärken wir unsere Unternehmen und sichern langfristig die Lebensqualität im ländlichen Raum. Genau darum geht es uns mit unserem Ansatz der zukunftsfähigen Berufsschulen.“
Kürzere Wege, attraktivere Ausbildungsbedingungen
Möglich wird der frühere Start durch eine veränderte Ausgangslage: Die ursprünglich parallel geplante Einführung der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) verschiebt sich. Dadurch werden Kapazitäten frei – personell, organisatorisch und räumlich. Die Beruflichen Schulen Untertaunus können die beiden Ausbildungsberufe deshalb bereits ein Jahr früher anbieten als geplant.
Für Auszubildende und Betriebe bedeutet die frühere Beschulung eine spürbare Verbesserung: Wege werden kürzer, Ausbildungsbedingungen attraktiver und die Bindung an die Region gestärkt. Gerade in Berufen mit hohem Fachkräftebedarf ist dies ein entscheidender Standortfaktor.
Zukunftsberufe gezielt vor Ort stärken
Bereits zum Schuljahr 2025/2026 konnten die Ausbildungs- und Zukunftsberufe „Medizinische Fachangestellte“ sowie „Anlagenmechanikerinnen und -mechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ in den RTK zurückgeführt werden, die Auszubildenden werden an den Beruflichen Schulen Untertaunus unterrichtet. Zudem wurde vergangenes Jahr den Beruflichen Schulen Rheingau in Geisenheim die Landesfachklasse für Fachkräfte im Fahrbetrieb übertragen – ein besonderer Erfolg: Damit werden angehende Bus- und Bahnfahrerinnen und -fahrer aus ganz Hessen künftig im Rheingau-Taunus-Kreis ausgebildet.
Projekt „Zukunftsfähige Berufsschule“ als strategischer Rahmen
Die Maßnahmen sind Teil des Projekts „Zukunftsfähige Berufsschule“, mit dem der Rheingau-Taunus-Kreis gemeinsam mit der Landeshauptstadt Wiesbaden, den Beruflichen Schulen, dem Land Hessen sowie Kammern und Betrieben die Ausbildungslandschaft systematisch weiterentwickelt. Ziel ist es, Ausbildungsangebote stärker regional zu verankern und zugleich qualitativ auszubauen.
Bis zur vollständigen Umsetzung erfolgt die Beschulung weiterhin in enger Abstimmung mit den Wiesbadener Berufsschulen. Bereits eingeschulte Jahrgänge schließen ihre Ausbildung dort regulär ab.
Investitionen in moderne Lernorte
Parallel zur inhaltlichen Weiterentwicklung investiert der Rheingau-Taunus-Kreis bis 2031 umfassend in die Modernisierung seiner Berufsschulstandorte. Für den Ausbau der Beruflichen Schulen Rheingau (BSR) in Geisenheim stellt der Kreis insgesamt 47 Millionen Euro bereit. Bereits 17 Millionen Euro sind in ein neues Schulgebäude am Standort geflossen, aktuell wird der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung der Bestandsgebäude umgesetzt. An den Beruflichen Schulen Untertaunus läuft seit 2016 die Generalsanierung, derzeit im dritten und letzten Bauabschnitt. Die Gesamtinvestition beträgt hier 21 Millionen Euro. Mit diesen Maßnahmen schafft der Kreis die baulichen Voraussetzungen, um unter anderem bestehende, zurückgeführte und neue Ausbildungsberufe künftig unter optimalen Bedingungen unterrichten zu können.

